Feb 01 2012

Loyalität hat viele Gesichter

Abgelegt 13:10 unter Menschen

Ob in Freundschaften, intimer Beziehung oder im beruflichen Kontakt: Jeder wünscht sich Partner, die loyal sind, also vorbehaltlos zu einem halten und auf deren Unterstützung man rechnen kann. Ob das so ist, entscheiden nicht Worte und Versprechen, sondern das sichtbare Verhalten in Situationen des Alltags.  

Wer loyal ist…

  • Stellt den anderen nicht bloß und macht ihn nicht  lächerlich

Die Party ist in vollem Gange und Bettina in ihrem Element. Sie ist umringt von einer Gruppe Freundinnen und erzählt eine lustige Geschichte nach der anderen. „Stellt Euch vor“, sagt sie, „was Frank neulich gemacht hat! Er hat doch tatsächlich…“ Und dann zieht sie vom Leder. Alle schütteln sich vor Lachen und Frank steht schweigend dabei. Er presst die Lippen aufeinander.

  • Tut nichts hinter dem Rücken des anderen

Maike verabredet sich auf einen Kaffee mit dem Mann, der sie in der Bahn so nett angelächelt hat. Da ist doch nichts dabei, denkt sie. Oder? Spätestens, wenn sich ihre innere Stimme meldet und mahnt, sie könnte dabei gesehen werden, beginnt sie, vor ihrem Partner Geheimnisse zu haben.

  • Behält anvertraute Geheimnisse für sich

Frank hat seinem Freund Stefan unter dem Siegel der Verschwiegenheit seine ernsthaften finanziellen Schwierigkeiten anvertraut. Als im Kollegenkreis über das Thema Schulden gesprochen wird, macht Stefan zuerst nur Andeutungen. Doch auf Nachfrage brüstet er sich und plaudert detailliert aus, was  er von Franks Problemen weiß.

  • Lästert nicht über den anderen

Niemand kennt die Fehler und Schwächen besser als die Menschen, die schon länger miteinander zu tun haben. So ist es auch bei Markus, dem Vertriebsmitarbeiter. Er  lässt sich beim Kunden über die seiner Meinung nach chaotische Geschäfts- führung aus.

Genauso wie Tina, die mit Freundinnen stundenlang genüsslich die Unzulänglichkeiten ihrer Ehemänner durchhechelt.

  • Stellt sich vor den Partner

Carmens Mutter ist mit der Partnerwahl ihrer Tochter überhaupt nicht einverstanden. So wie Alex, der die beste Freundin seiner zukünftigen Frau unmöglich findet. Wer loyal ist, stellt sich vor den Angegriffenen und bläst nicht ins gleiche Hörnchen. Und zwar nicht nur im Gespräch unter vier Augen, sondern auch in der Öffentlichkeit. Er nimmt den anderen in Schutz und stellt die positiven Eigenschaften in den Vordergrund, die diesen Menschen liebenswert machen.

  • Stärkt ihm den Rücken in schweren Zeiten

Die Steuerprüfung hat einen Betrug aufgedeckt, es geht um eine große Summe und Sybille steht im Verdacht, etwas damit zu tun zu haben. Die aber weist den Vorwurf weit von sich.  Patrick als loyaler Ehemann vertraut darauf, dass die Angegriffene die Wahrheit sagt und setzt alles daran, dies auch zu beweisen. Aber Achtung: Es gibt Grenzen für loyales Verhalten. Wenn offenbar wird, dass Sybille den Betrug doch zu verantworten hat, darf Patrick dies nicht decken. Dann sollte er Sybille ermutigen, sich dazu zu bekennen. Und sich selbst nicht mitschuldig machen.

  • Hält Vereinbarungen und Verabredungen ein

Susanne ist neu in der Abteilung und plant eine kleine spontane Einladung. Die Reaktionen ihrer Gäste: „Vielleicht…mal sehen…ich sag dir noch Bescheid“. Was für sie als Gastgeberin gleichbedeutend ist mit: „Ich warte mal ab, ob sich noch was anderes auftut, was mich mehr interessiert.
Ein Kollege sagt gleich ab. Er hat Kopfschmerzen und wolle lieber zu Hause bleiben.  Später erfährt sie zufällig, dass er mit ein paar Kumpels einen feuchtfröhlichen Abend beim Bowling verbrachte.
Zwei weitere rufen kurz vor acht Uhr am Abend an, der eine, um mitzuteilen, dass er nun doch nicht kommen kann, der andere, dass er sich leider um eine Stunde verspäten wird.
Susannes Häppchen vertrocknen auf der dekorativen Platte, eine Stimmung mit den übrigen will nicht recht aufkommen.

  • Kritisiert  unter vier Augen

Friseurin Patti beobachtet, wie ihre Kollegin Gabi die Wickel für die Dauerwelle falsch eindreht. Schnell greift sie ein und putzt Gabi in Anwesenheit der Kundin runter. Patti will Eindruck schinden, sie ist die Frau mit Ahnung und Fachkompetenz. Das mag ihr zwar gelingen,  aber menschlich degradiert sie mit ihrem Verhalten eher sich selbst und nicht ihre Kollegin.

Natürlich ist es wichtig, andere auf ihre Fehler hinzuweisen, doch sollte  dies nie vor den Augen und Ohren Dritter  sein. Wer Fehler macht, braucht die loyale Unterstützung, den konstruktiven Hinweis seiner Umwelt. Nur daraus erwächst neues Wissen und  loyales Verhalten, das im passenden Moment auch dem Kritiker zugute kommt.

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