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Bewahren Sie die Wurzeln Ihrer Identität

In einer Zeit des rasanten Wandels und der Umbrüche braucht der Mensch mehr denn je den Halt bleibender Werte und Erinnerungen. Wir wollen wissen, wer wie sind, woher wir kommen, was uns geprägt hat.  

Der Familienstammbaum
„Wie sind wir noch einmal mit denen verwandt?“ In Zeiten großer regionaler Mobilität und globaler Vernetzung bleibt oft wenig Zeit für verwandtschaftliche Beziehungen. Doch spätestens, wenn sich Nachwuchs einstellt,  erwacht das Interesse für die eigene Identität und deren Wurzeln. Dies ist ein guter Moment, einen Familienstammbaum zu erstellen. Und eine Aufgabe, die Sie als älteres Familienmitglied  sicher gerne übernehmen.

Vielleicht haben Sie das Glück, auf den Unterlagen und Aufzeichnungen Ihrer Eltern und Großeltern aufbauen zu können. Dann bleibt nur, diese auf einen aktuellen Stand zu bringen. Im anderen Fall ist Recherchearbeit nötig. Holen Sie Auskünfte bei Standesämtern und aus Kirchenbüchern ein und fragen Sie bei Verwandten nach. Doch warten Sie damit nicht zu lange. Manches wissen geht verloren, wenn diese nicht mehr am Leben sind.

Auch Internetsuchmaschinen und –plattformen wie http://ahnenforschung.net/ leisten gute Dienste, wenn es darum geht, Verwandte aufzuspüren und konkrete Daten zu ermitteln. Wieviel Zeit Sie investieren, hängt davon ab, wie lange Sie in die Vergangenheit zurückgehen wollen. Und auch, wie weit Sie sich in die verwandtschaftlichen Verästelungen vertiefen möchten.  

Im Internet finden Sie virengeprüfte Programme, die es Ihnen leicht machen, die Daten zu sammeln, zu strukturieren und in eine lesbare Form zu bringen. Und die vor allem auch auf Ungereimtheiten aufmerksam machen. So z.B. wenn Sie einen Tippfehler im Geburtsdatum machen und darauf die Meldung erscheint: Achtung: Diese Person war zum Zeitpunkt der Geburt ihres Sohnes 10 Jahre alt. Eines dieser Programme ist www.ahnenblatt.de, es ist kostenlos erhältlich.

Kostenpflichtig ist das Programm Ages! von Jörg Daub http://www.daubnet.com/de/ages. Die Erfassung der Daten erfolgt wie auch bei Ahnenblatt über ein Formular. Bei beiden Programmen  können sie außerdem Medien, Quellenangaben und  eigene Anmerkungen einfügen und erhalten so über einen einfachen Stammbaum hinaus eine Fundgrube an Informationen zu den jeweiligen Personen.

Besonders überzeugend ist die Variationsbreite der grafischen Darstellung bei Ages!  Wenn Sie sich selbst zum Mittelpunkt des Diagramms machen wollen, erhalten sie eine Sanduhr, in der sowohl Ihre Nachkommen wie auch Ihre Vorfahren angeführt werden. Oder Sie drucken für Ihre Kinder eine Grafik aus, die ihnen aufzeigt, wer ihre Ahnen sind. Oder Sie stellen zusammen, welche Familienmitglieder auf eine Wurzel zurückgehen.

Wenn Sie mehr tun wollen
Vielleicht bekommen Sie Lust, mehr über Ihre Ahnen weiterzugeben als eine Sammlung bloßer Daten. Dann können Sie ein Mindmap oder ein Gedankennetz zu den einzelnen Personen erstellen. Setzen Sie den Namen der Person in die Mitte eines Blatt Papiers, zu der Sie aufschreiben wollen, an was Sie sich erinnern. Rundherum kommen Stichworte zu den äußeren Merkmalen, den unverwechselbaren Eigenschaften, typische Aussprüche, besondere Fähigkeiten, Lebensstationen oder auch Krankheiten. Wenn Sie erst einmal anfangen, werden Sie merken, wie viele Details Ihnen noch einfallen.

Besonders, wenn Kinder Ihre Großeltern nicht mehr kennenlernen konnten oder wenn Familienangehörige in großer Distanz wohnen, werden solche Aufzeichnungen gerne in die Hand genommen. Und auf einmal wird deutlich, woher David seine blauen Augen hat und warum Lisa ihre Pflanzen mit großer Sorgfalt und Ausdauer pflegt.

Auf der Grundlage dieser Stichworte schreiben Sie kleine Texte, die die Erinnerung an diese Personen noch lebendiger werden lassen.

Eine besondere Quelle sind Fotos
Haben Sie jahrelang die Familienfeste und Urlaubserinnerungen auf Fotos festgehalten? Dann lagern in Ihrem Keller sicher unzählige Diakästen und noch mehr digitale Aufnahmen auf der Festplatte. Wann haben Sie die zum letzten Mal angeschaut?

Wie wäre es, wenn Sie die alten Aufnahmen sichteten und eine Auswahl nach bestimmten Gesichtspunkten träfen? Das kann das Wachsen und Werden Ihrer Familie sein, Ihre Lebensstationen und die der Kinder, Sie könnten dokumentieren, wie das gemeinsam bewohnte Haus gebaut und allmählich verändert wurde oder wie Ihr Garten sich in den Jahreszeiten verändert.

Aus den gewählten Bildern erstellen Sie ohne großen Aufwand eine Diashow oder PowerPoint-Präsentation, die sich dazu hin noch einfach verschicken lässt. Sie können Ihre Dias auch abfotografieren oder einscannen (lassen) und sie so vor dem Verfall schützen. Wenn Sie sie dann in einem Fotobuch zusammenstellen, werden sie mehr zu Beachtung und Ehren kommen, als wenn die Bilder in Ihrem Keller verstauben.

Der Duft aus Mutters Küche
In vielen Familien gibt es Lieblingsrezepte, die Kindheitserinnerungen wachrufen. Die typischen Weihnachtsplätzchen der Mutter, der Duft der wärmenden Suppe an kalten Wintertagen, der Geburtskuchen, ohne den es kein Festtag wäre.

Sammeln Sie diese Rezepte und schreiben Sie sie von Hand in ein schön gebundenes Heft. Oder tippen Sie die Anleitungen in den Computer, um sie anschließend auszudrucken. Mit einer Spiralbindung versehen, sind sie ein Geschenk von bleibendem Wert. Oder Sie lassen Ihre Sammlung ganz professionell für wenig Geld im Selbstverlag drucken. Wenn Sie z.B. bei www.bod.de eine Kleinstauflage herstellen, bezahlen Sie nur den Stückpreis pro Buch, farbige Darstellung und Hochglanzeinband inklusive.

Für wen mache ich das?
Vielleicht fragen Sie sich, ob die Mühe lohnt und ob irgendjemand  anschaut, wofür Sie Stunden investieren. In erster Linie haben Sie selbst etwas davon, wenn Sie Ihre Lebensgeschichte genauer betrachten und Wesentliches festhalten. Und wenn später einmal Ihre Enkel oder Urenkel danach fragen, gibt es etwas, was Sie Ihnen hinterlassen haben. Bedauerlich, wenn die dann auf eine Lücke stoßen würden.

 

 

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