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Mein Leben als Buch

IMG_2302Spätestens wenn mit dem Ruhestand mehr Zeit zur Verfügung steht, kommt bei vielen der Gedanke auf, über das eigene Leben schreiben zu wollen. Sie möchten sich erinnern an vergangene Zeiten, an Menschen, die Wegbegleiter waren und reflektieren, wie sie geworden sind. Und oft steckt auch der Wunsch dahinter, Bleibendes zu hinterlassen und nachfolgenden Generationen etwas weiterzugeben. Doch bevor Sie sich ans Werk machen, sind einige Punkte zu klären.

Für wen schreibe ich?
Wenn Sie nur für sich schreiben wollen, weil Sie herausfinden möchten, was Sie mit Ihrer Lebenszeit angefangen haben, sind Sie vollkommen frei, womit Sie beginnen und was Sie als Schwerpunkte wählen. Aber gerade diese Freiheit macht das Anfangen schwer. Und die Gefahr, sich angesichts der vielen Möglichkeiten zu verzetteln, ist groß. Eine chronologische Lebensgeschichte ist selten interessant.

Wer sich Leser wünscht, sei es aus dem Familien- und Freundeskreis oder aus der Öffentlichkeit, braucht klare Kriterien. Hier geht es weniger darum, was SIE für unabdingbar erachten, als um die Frage, was diesen Leserkreis interessieren könnte. Denn der Leser möchte aus der Lektüre eines Buches etwas mitnehmen, geschichtliche Informationen, Lebenshilfe im weitesten Sinne oder auch Portraits von Zeitgenossen und Familienmitgliedern.

Wie fange ich an?
Das ganze Leben schriftlich festzuhalten, ist ein großes Unterfangen, das möglicherweise nie zum Abschluss kommt. Konzentrieren Sie sich lieber auf einen Lebensabschnitt oder ein Thema, eine Frage. Ich habe mit meinem Buch „Leben heißt es wagen“ meinen beruflichen Weg, die Hürden und Herausforderungen nachgezeichnet.

In einer Familiengeschichte können Sie Texte schreiben über einzelne Familienmitglieder, indem Sie diese Personen durch die Beschreibung ihres Äußeren, ihres Charakter, durch wörtliche Zitate, typische Redewendungen und eigene Erinnerungsfetzen lebendig werden lassen. Oder Sie erzählen von den Umwegen, den Sie gehen mussten, bevor Sie Ihren eigenen Weg fanden oder aus schwierigen Situationen herauskamen. Sie können sich auch mit den großen Fragen beschäftigen, die Ihnen das Leben gestellt hat.

Es braucht einen Plan
Fragen aus Büchern zum autobiografischen Schreiben können eine große Hilfe für den Einstieg sein. Wenn Sie Ihre ersten Antworten niederschreiben, kommen die nächsten Ideen sicher von alleine. Sie merken, wohin es Sie zieht und welche Themen besonders beachtet werden wollen. Einige Buchtipps möchte ich Ihnen hier weitergeben.

Sie können auch unbekümmert Stichworte auf kleine Zettel notieren, aus denen Sie auswählen und die Sie dann in eine geeignete Reihenfolge bringen. Oder Sie machen ein Gedankennetz, was noch mehr dazu angetan ist, Ihre Fantasie anzuregen und Ideen zu entwickeln. Erst nach diesem kreativen Prozess sortieren und filtern Sie Ihre Gedanken und ordnen Sie zu einem roten Faden.

Eine Frage der Perspektive
Den Wunsch, manches an der Lebensgeschichte zu glätten und Unangenehmes zu unterdrücken, trägt wohl jeder in uns. Entscheidungen und Handlungen erscheinen in heutigem Licht betrachtet als falsch, doch vielleicht gelingt es Ihnen, dazu zu stehen und zu reflektieren, was Sie daraus gelernt haben. Niemand ist ohne Fehler.

Und lassen Sie Ihre Lebensgeschichte nicht zu einer Abrechnung mit anderen werden, denn Ihr Blickwinkel und Ihre Erfahrung ist Ihre Perspektive. Die Wahrnehmung Ihrer Mitmenschen wird davon möglicherweise abweichen. Und denken Sie daran, welche Botschaft und welches Bild Sie wirklich hinterlassen wollen: Das eines Menschen, der auch verzeihen und verstehen kann oder der nachtragend und bitter ist.

Mein Text ist fertig und dann?
Wenn Sie nur für sich geschrieben haben, bleibt der Text womöglich auf der Festplatte Ihres Computers. Sie können ihn aber auch mit Fotos anreichern, ausdrucken und in einem Copyshop mit einer Ringbindung versehen lassen. So haben Sie die Möglichkeit, immer wieder darin blättern, egal an welchem Ort Sie sich befinden.

Genauso können Sie vorgehen, wenn Sie Ihr Buch in der Familie und im Freundeskreis verleihen möchten. Wenn Sie aber ein richtiges Buch 0in Händen halten wollen, nehmen Sie Kontakt auf zu einem der Selbstverlage. Bei BOD (Books on Demand) in Hamburg z.B. können Sie ein Book for Fun anlegen. Das bedeutet, dass Sie alles alleine bestimmen können, das Layout und das Cover, oder sich von den dortigen Experten helfen lassen. Ihr Manuskript wird nach Bedarf gedruckt und Sie können so viele Exemplare bestellen wie Sie möchten und müssen nur diese bezahlen.

Wer sich eine große Leserschaft wünscht und für die Öffentlichkeit schreiben will, kann dies ebenfalls im Selbstverlag tun. Sie laden Ihren Text bei einem der inzwischen zahlreichen Anbietern hoch, entscheiden über das Cover und den Verkaufspreis. Ihr Buch bekommt eine ISBN-Nummer und wird geführt im Verzeichnis lieferbarer Bücher. Somit ist es in jeder Buchhandlung erhältlich bzw. kann dort bestellt werden. Es wird bei diesen Verlagen, entgegen den auch werbenden Druckkostenverlagen kein Vorschuss oder Zuschuss fällig, Sie müssen auch nicht ein großes Kontingent an Büchern selbst erwerben. Sie bezahlen nur die Exemplare, die Sie sich selbst liefern lassen, je größer die Zahl, desto günstiger der Preis. Die Laufzeit der Bücher bestimmen Sie ebenfalls selbst.

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