Jan 06 2017

Vom Tun zum Lassen und zurück – Nutzen Sie Ihre Zeit

Abgelegt 23:24 unter Lebensgestaltung,Ruhestand

Merkmale unserer Zeit sind der Dauerlauf und das Getriebensein. Termine setzen uns unter Druck, berufliche und selbstgestellte Aufgaben häufen sich auf der To-Do-Liste. Wir befürchten, in der Freizeit etwas zu verpassen und hetzen so von einem Event zum anderen.

Kommt der Ruhestand (oder auch nur der Urlaub), atmen wir auf. Endlich Zeit. Wir bleiben morgens lange liegen, genießen ein ausgiebiges Frühstück und eine noch ausgiebigere Zeitungslektüre. Statt des früher üblichen Wocheneinkaufs ziehen wir es jetzt vor, tägliche Besorgungen zu machen. Wir verweilen an den Regalen, vergleichen die Produkte und freuen uns über das Schwätzchen mit denen, die uns zufällig über den Weg laufen. Nach dem Kaffeetrinken ist es bald Zeit für das Fernsehprogramm. Das Gerät läuft dann nonstop bis zum Schlafengehen.

Weder die eine noch die andere Lebensweise ist wirklich befriedigend.  Doch wie kommen wir stattdessen zu einem erfüllten und ausgeglichenen Tag?

Ein guter Ausgangspunkt, um Klarheit zu finden, wie wir wirklich leben, ist der Jahresrückblick, wie ich ihn in diesem Artikel beschrieben habe. Ziehen Sie eine bewusste und ehrliche Bilanz, wie Sie die 12 Monate des vergangenen Jahres verbracht haben. Und finden so zu einer neuen Perspektive für die Zeit, die vor Ihnen liegt.

Folgende Fragen helfen Ihnen bei der Auswertung:

  • Was möchte ich weniger machen?
  • Wovon brauche ich mehr?
  • Was blieb in Zeiten beruflicher Anspannung auf der Strecke?
  • Was habe ich mir immer aufgespart, für den Moment, wenn ich endlich Zeit habe?
  • Was macht mich glücklich?
  • Mit welchen Menschen ist das Zusammensein für mich bereichernd?
  • Welche Talente möchte ich einsetzen?
  • Welche Fähigkeiten möchte ich ausbauen?
  • Was möchte ich mir neu aneignen?

Erstellen Sie eine Liste der Möglichkeiten. Das ist noch keine Verpflichtung.

Dann kommt der Plan

Lesen Sie Ihre Liste durch und spüren Sie nach. Wo zieht es Sie am meisten hin? Was macht Lust zu beginnen? Wo durchströmt Sie ein warmes Gefühl? Greifen Sie dieses Thema auf und konkretisieren Sie es.

  • Wie könnten Sie vorgehen?
  • Gibt es Gesprächspartner, von denen Sie Informationen und Hilfe bekommen könnten?
  • Gibt es weitere Informationsangebote  wie Vorträge, Bücher, Seminare?
  • An welchen Tagen, zu welchen Terminen finden diese statt.
  • Mit welchen Preisen müssen Sie rechnen?
  • Wie finden Sie in Ihrem Tag dafür Zeit?
  • Mit welchem Schritt beginnen Sie?

Jetzt folgt die Umsetzung

Dann treffen Sie eine Vereinbarung mit sich selbst. Nehmen Sie Ihre inneren Wünsche ernst und gehen an die Umsetzung. Das bedeutet nicht,  etwas dauerhaft beizubehalten. Es heißt lediglich, ein Stück des Weges zu gehen, so lange es Spaß macht. Dinge sind veränderbar, Entscheidungen auch. Sie haben keine Lust mehr, ein Hobby weiterzuverfolgen? Gesundheitliche Einschränkungen hindern Sie, dran zu bleiben?

Kein Beinbruch. Dann überlegen Sie, ob es Varianten des Bisherigen gibt oder drehen Sie eine neue Runde. Nehmen Sie einen anderen Punkt Ihrer Liste der Möglichkeiten und setzen diesen um.

Hauptsache,  Sie bleiben körperlich, geistig und entwicklungsmäßig in Bewegung.

Keine alten Muster

Fallen Sie aber nun nicht wieder von einem Extrem ins andere. Die Zeit des überbordenden Kalenders, den Sie einmal hatten, ist vorbei. Das Ziel ist die Verquickung des Tuns und des Lassens.

D.h. verzichten Sie darauf

  • sich in neue Vorhaben zu stürzen, ohne sich ein zeitliches Limit zu setzen.
  • Dinge weiterzuführen, die schon immer nur aus reiner Routine gemacht haben.
  • sich mit Menschen zu treffen, die Ihnen nicht gut tun.

Im Gegenzug sollten Sie Phasen einbauen, in denen Sie nichts tun, nichts leisten müssen, sondern in denen Sie nur sein dürfen.

Genießen Sie

  • den absichtslosen Spaziergang, beobachten Sie staunend die Natur und lassen Sie die Seele baumeln.
  • Schenken Sie einem Menschen Gehör, der Ihre Zeit wirklich braucht.
  • Verwöhnen Sie sich mit einem duftenden Schaumbad, einer Viertelstunde Meditation, einer guten CD.
  • Machen Sie Sport, ohne auf einen Halbmarathon zu trainieren, sondern, weil Sie Ihre Lunge mit frischer Luft füllen und Ihren Körper spüren wollen.

Die Balance zwischen Tun und Lassen wird Ihnen gut tun und Ihnen das Gefühl verleihen, mit Ihrer Zeit gut umzugehen, sie zu nutzen und sie nicht zu verschwenden.

 
 
 

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